Ein bewusster Umgang mit Ressourcen ist eine wichtige Voraussetzung, um unsere Umwelt langfristig zu erhalten. Neben der Energieeffizienz im Gebäudebetrieb und den CO₂-Emissionen bei der Herstellung spielt auch die Qualität der Gebäudesubstanz eine wichtige Rolle. Die Herkunft der Rohstoffe, Transportwege, Langlebigkeit und Möglichkeiten zur Wiederverwendung und zum Recycling sind dabei wesentliche Aspekte, die bei der Planung und Bewertung von Gebäuden berücksichtigt werden können. Nachhaltiges Bauen berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte. Darüber hinaus ist für uns eine weitere Dimension von besonderer Bedeutung: die ästhetische Beständigkeit. Mit ihrer zeitlosen Gestaltung können Wittmunder Klinker dazu beitragen, dass Fassaden über viele Jahre hinweg geschätzt werden.
Kurze Wege bei der Rohstoffgewinnung: Ton aus der Region
Wenn Rohstoffe auf Reisen gehen, entstehen mit jedem Kilometer transportbedingte Emissionen. Wir halten unsere Wege kurz, denn von den Tongruben bis zum Werk sind es nur etwa fünf Kilometer.
Schon bei der Abbaugenehmigung wird für jede Tongrube ein Renaturierungsplan erstellt. So entstehen nach der Stilllegung einer Tongrube neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Der Dipl.-Biologe Norbert Graefe, verantwortlich für die ökologische Baubegleitung der Tongruben der Wittmunder Klinkerwerke in Spekendorf, erklärt, wie sich die Natur nach der Nutzung entwickelt.
Langlebigkeit: 100 Jahre und viel mehr
Nachhaltigkeit ist immer ein Langstreckenlauf. Die Umweltproduktdeklaration (EPD) gibt für Klinker bei fachgerechtem Einbau eine Referenz-Nutzungsdauer von 150 Jahren an. In der niederländischen Umweltbewertung wird für Backsteinmauerwerk sogar eine rechnerische Produktlebensdauer von 1.000 Jahren angesetzt. Nachhaltig kann nur sein, was langlebig ist. Auch die CO2-Bilanz ist ein Lebenszyklus-Thema, das von der Gewinnung bis zum Recycling gedacht werden muss.
Das renommierte Institut Life Cycle Engineering Experts (LCEE) hat in zwei Ökobilanzstudien gezeigt: Die untersuchten Häuser mit zweischaligem Klinkermauerwerk und massiver Innenbauweise erfüllen die betrachteten KfN-Anforderungen und unterschreiten die entsprechenden QNG-Benchmarks. Der Gebäudebetrieb gibt dabei den entscheidenden Ausschlag. Die Studien gehen von einem Betrachtungszeitraum von 50 Jahren aus. Da Klinker deutlich länger genutzt werden können, verteilen sich die bei ihrer Herstellung entstandenen CO₂-Emissionen bei einer längeren Nutzung rechnerisch auf mehr Jahre. Das unterstreicht die Bedeutung der Langlebigkeit für die Klimabilanz eines Gebäudes.
Ästhetische Nachhaltigkeit – ewig schön.
Ästhetische Nachhaltigkeit bedeutet für uns: eine Gestaltung, die auch in vielen Jahren noch gefällt. Was nutzt eine Gebäudehülle, wenn sie alle paar Jahre renoviert und an den Zeitgeist angepasst werden muss? Mit einem Wittmunder Klinker baut man nicht für eine Generation, sondern für viele Generationen. Denn jeder Wittmunder Klinker ist ein Wittmunder Original. Charakterstark, anfassbar und wertbeständig baut er die Brücke zwischen dem kulturellen Erbe und einem Statement für die Zukunft.
Kaum ein anderer Baustoff bietet ein so breites Ausdrucksspektrum an Farben, Oberflächen und Formaten wie der Klinker. Er ist pflege- und wartungsarm und altert in Würde. Haptik, Heimatgefühl, Stabilität, Beständigkeit und Zugehörigkeitsgefühl sind heute wichtiger denn je für die Werte unseres Zusammenlebens – und für die Architektur des digitalen Zeitalters.
Herstellung: Verantwortungsvolle Produktionsverfahren
In Wittmund reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Klinker werden bei über 1.000 Grad gebrannt. Doch beim Brennen erhält der Ton seine widerstandsfähigen keramischen Eigenschaften – die Grundlage für die Langlebigkeit unserer Klinker. Mit moderner Technik hat die deutsche Ziegelindustrie ihren jährlichen Energieverbrauch in den rund 30 Jahren bis 2021 nahezu um 50 Prozent reduziert. In Wittmund nutzen wir zum Beispiel die Abwärme unserer Produktion, um unsere Gebäude zu heizen.
Die Ziegelindustrie arbeitet kontinuierlich daran, ihre Produktionsprozesse weiterzuentwickeln. Mit ihrer Roadmap zur Treibhausgasneutralität bis 2050 hat sie weitere Effizienzmaßnahmen und technische Lösungen aufgezeigt.
Energiemanagement mit Verantwortung
Ein bewusster Umgang mit Energie ist ein wesentlicher Baustein unserer Unternehmensführung. Um unsere Energieverbräuche systematisch zu steuern und kontinuierlich zu verbessern, betreiben wir ein nach DIN EN ISO 50001:2018 zertifiziertes Energiemanagementsystem.
Unsere Energieeinsätze und -verbräuche werden systematisch erfasst, um wesentliche Energieverbraucher zu identifizieren und gezielte Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Auf dieser Grundlage arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Herstellungsprozesse weiterzuentwickeln, den Energieeinsatz zu optimieren und die Effizienz unserer Abläufe zu steigern. Bei diesem strengen Vorgehen berücksichtigen wir auch die energiebedingten Emissionen, die bei der Herstellung unserer Wittmunder Klinker entstehen.
Recycling – Bereit für ein zweites Leben
Auch wenn Klinker aufgrund ihrer langen Lebensdauer für viele Jahrzehnte ausgelegt sind, ist es gut zu wissen, dass sich sortenrein erfasster Klinkerbruch aufbereiten und in die Wertstoffkreisläufe zurückführen lässt.
Im Straßen- und Wegebau ist das Granulat sehr begehrt. Es wird auch als Zuschlagstoff im Beton genutzt. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 96 % der erfassten körnigen mineralischen Bauabfälle, wie Bauschutt und Straßenaufbruch, verwertet. Auch bei der Arbeit in unserem Werk geht immer mal etwas zu Bruch. Produktionsbedingten Ziegelbruch führen wir, soweit technisch geeignet, wieder in unseren Produktionskreislauf zurück. Wenn ein Gebäude nach einem langen Leben zurückgebaut wird, können geeignete Klinker sogar erneut verwendet werden, sofern sie beim Rückbau unbeschädigt bleiben und vom Mörtel getrennt werden können.